Die Vereinsgeschichte

 

1990

Die Privilegierte Schützengesellschaft zu Löbau e.V. wurde als Abteilung des Oberlausitzer Sportclubs gegründet.

1993

Die Privilegierte Schützengesellschaft zu Löbau e.V. wurde am 08. Juli 1993 neu gegründet. Sie ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und im Vereinsregister des Amtsgerichtes Löbau unter der Nummer 321 eingetragen.

1997

Die Pistolenmannschaft der PSG Löbau gewann die sächsische Landesliga und wurde damit aufstiegsberechtigt für die Regionalliga Ost. Von den ursprünglich 4 Landesleistungsstützpunkten im Sportschießen wurden 1997 nur Leipzig und Löbau bestätigt.

1999

Der Verein begann mit dem Bau einer 20 Bahnen Luftdruckhalle.

2000

Die 20 Bahnen Luftdruckhalle wurde offiziell vom Regierungspräsidenten Herrn Dr. Weidelener eröffnet.

Die neuerrichtete Halle für das Schießen mit Druckluftwaffen hat 20 Bahnen. Mit einem Gesamtaufwand von 306 TDM wurde innerhalb kürzester Zeit eine wesentliche Verbesserung der Trainings- und Wettkampf- bedingungen erreicht.

2001

Talentiade der Volksbanken und Raiffeisenbanken

Mit Datum vom 18.Januar 2001 erhielt unser Verein im Rahmen der TALENTIADE der Volksbanken und Raiffeisenbanken eine Ehrung und Auszeichnung als Talentestützpunkt.

Mit dieser Auszeichnung verbunden ist eine finanzielle Spende, die uns von der Volksbank Löbau - Neugersdorf eG Volks- und Raiffeisenbank übergeben wurde. Wir möchten uns hiermit recht herzlich für diese Auszeichnung bedanken. Sie ist uns Ansporn und Verpflichtung für eine weitere gute Kinder- und Jugendarbeit.

2002

Talentiade der Volksbanken und Raiffeisenbanken

Die gute Bilanz der Erfolge im Jahr 2001 war im Rahmen der TALENTIADE der Volksbanken und Raiffeisenbanken Grund genug, unseren Verein erneut als besten Talentestützpunkt des Sächsischen Schützenbundes auszuzeichnen.

Mit dieser Auszeichnung verbunden ist eine finanzielle Spende, die uns von der Volksbank Löbau - Zittau übergeben wurde. Wir möchten uns hiermit recht herzlich für diese Auszeichnung bedanken.

(Bild: Oberlausitzer Kurier): Klaus Freitag, Jugendleiter der PSG Löbau (rechts), nahm aus den Händen von Wolfgang Zürn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Löbau-Zittau die Auszeichnung entgegen.

2002

Das grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein

Die Jury der Dresdner Bank und des Deutschen Sportbundes verlieh den Preis für vorbildliche Talentförderung im Verein 2002 unter anderen auch an unseren Verein.
 

2005

Talentiade der Volksbanken und Raiffeisenbanken

Die gute Bilanz der Erfolge im Jahr 2005 war im Rahmen der TALENTIADE der Volksbanken und Raiffeisenbanken Grund genug, unseren Verein erneut als besten Talentestützpunkt des Sächsischen Schützenbundes auszuzeichnen.

Mit dieser Auszeichnung verbunden ist eine finanzielle Spende, die uns von der Volksbank Löbau - Zittau übergeben wurde. Wir möchten uns hiermit recht herzlich für diese Auszeichnung bedanken.

 

2008

Die Kanonenmannschaft erhält eine eigene Uniform

2008

Unser Vereinsmitglied Christian Reitz gewinnt die Bronzemedaille im olympischen Schnellfeuer – Wettkampf in Peking

2009

Zum 2. Mal das grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein

Der Olympiadritte am Reck von 1976, Welt- und Europameister Eberhard Gienger überreichte in Leipzig unserem Vorsitzenden die Auszeichnung

 

Historischer Abriss

Von Helmut Plewa

 

Die Geschichte der Schützengesellschaft begann mit den Stadtgründungen, so in Löbau 1221. Das Schießwesen war damals aber vielmehr eine Angelegenheit der gesamten Bürgerschaft und unterstand in allen Pflichten den Ratsherren und ihrem Oberhaupt, um die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Eine Gesellschaft von Schützen, auch Schützengelach oder Gelag, wird erstmalig in der Schützenrechnung von 1585 erwähnt. Das erste Schützenfest wurde aber bereits zu Pfingsten 1449 beurkundet. Von 1510 bis 1563 fanden große Landesschützenveranstaltungen statt, an denen auch die Löbauer Schützen teilnahmen. Eine Görlitzer Chronik überliefert, dass der Löbauer Rat seinen Schützen zum "Vogelschießen" 1533 je eine Mark Zehrung mit nach Görlitz gab.

Neben der bürgerlichen Schützengesellschaft gab es noch die Zwangsschützen, die von der Stadt, den Zünften und Gewerben gestellt werden mussten. Im Jahre 1614 waren es in Löbau 54, später bis 73. Erst im Juli 1848 wurde die Zwangspflicht in Löbau aufgehoben.

Den Höhepunkt für die Bürgerschützengesellschaft bildete das alljährliche Schützenfest, dass nach Ratsbeschluss schon anno 1650 in der Woche nach Pfingsten (später jedoch zu Pfingsten) stattfand. Geschossen wurde zu-nächst nach dem "Vogel auf der Stange" und zwar ursprünglich mit der Armbrust. 1578 gab es aber auch schon Büchsenschützen. So wurden 1591 ein "Vogelkönig" und ein "Büchsenkönig" erwähnt. Die Art, mit der Armbrust auf den "Vogel" zu schießen, wurde jedoch schon 1610 umgestellt, denn die Schützenordnung von 1610 erwähnte sie nicht mehr. Vorrangig wurde mit der "Büchse" auf die Scheibe geschossen, wobei das Schießen mit gezogenem Rohr verboten war. Diese Art des "Königsschießens" auf die Scheibe hatte sich als Tradition über Jahrhunderte erhalten.

Da jede Stadt und Gemeinde auf gute Schützen angewiesen war, wurden entsprechende Privilegien erteilt. So wurden der Schützenkönig und die Marschalls von der Steuer befreit, sie hatten das Recht, Bier zu brauen und auszuschenken sowie teilweise kostbares Gemeindeland zu nutzen und anderes. In der Folge entstand der Name "Privilegierte Schützengesellschaft".

1885 kaufte die Löbauer Schützengesellschaft die ehemalige Königswiese auf Ebersdorfer Flur und baute dort ihren Schießstand mit Schützenhaus und späterer Schießhalle. Festtage besonderer Art waren die "Bergschießen" auf dem Löbauer Berg. Das erste Bergschießen wurde 1738 abgehalten, anlässlich der Erweiterung des Berghäuschens. Ein besonderes fand am 21. Juli 1848 statt, als die Görlitzer Bürgerwehr mit Vertretern der Bezirke, die sich mit der Löbauer Schützengilde verbündeten, beim Berghäuschen ein Scheibenschießen abhielt.

Weitere Höhepunkte bildeten die Schützenauszüge mit ihren prächtigen Fahnen. Werden 1782 noch drei erwähnt, ist um 1900 keine Rede mehr davon. Im Stadtmuseum Löbau befindet sich die Schützenfahne aus dem Jahre 1904, die in einer originalgetreuen Nachbildung von der heutigen Löbauer Schützengesellschaft geführt wird. Andere Schätze sind nicht mehr vorhanden, so die prächtigen Schützenketten und Pokale.

Die letzte Versammlung der "Privilegierten Schützengesellschaft" fand Anfang 1945 in der Gaststätte "Alter Krug" statt. Die Mitglieder wurden aufgerufen, ihre Schützenkleidung an die Frontsoldaten abzugeben. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde die Schützengesellschaft aufgelöst. In der Nachkriegszeit wurde in der damaligen sowjetischen Besatzungszone jegliche Vereinstätigkeit untersagt. Schusswaffen, auch historische Waffen, die sich noch in den Händen von ehemaligen Vereinsmitgliedern befanden, wurden beschlagnahmt bzw. deren Besitz unter hohe Strafe gestellt.

Im Gegensatz zu Westdeutschland, wo nach dem Krieg Schützengesellschaften und -vereine wieder zugelassen wurden, blieb das Verbot im Ostteil auch nach der Gründung der DDR bestehen. Um die Jugend an technische Sportarten heranzuführen, wurde die "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST) ins Leben gerufen. In diesem Rahmen war es möglich, interessierte Jugendliche für den Schießsport zu begeistern. Geschossen wurde mit Luftdruck- sowie in beschränktem Maße mit Kleinkaliberwaffen. Das Training wurde aber auch zunehmend für die vormilitärische Ausbildung genutzt. Besonders talentierte Jugendliche wurden herausgefiltert und an der damaligen Offiziershochschule (OHS) in Löbau, die sich in der Ausbildung von Sportschützen bereits frühzeitig einen Namen gemacht hatte, weiter gefördert. Dieser Sportzweig unterstand aber ausschließlich der NVA und dem integrierten Armeesportverein (SSV).

Wettbewerbe mit großkalibrigen Waffen jeder Disziplin waren den Angehörigen der bewaffneten Organe vorbehalten. Der zivile Bürger war davon ausgeschlossen. Einen Zusammenhang auf historischer Ebene zur Privilegierten Schützengesellschaft hat es demzufolge nie gegeben. Erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands hat jeder die Möglichkeit, am aktiven Sportschießen teilzunehmen, aber auch im Rahmen einer Mitgliedschaft in einem Schützenverein nach erfolgreich abgeschlossener Sachkundeprüfung und Erfüllung bestimmter anderer Kriterien selbst Waffen im gesetzlich möglichen Umfang zu erwerben. Mit dem Neubeginn und der Neugründung der Privilegierten Schützengesellschaft zu Löbau e.V. 1993 wurde auch das Leistungszentrum der ehemaligen OHS mit seinem Schießstand übernommen und im Verein integriert.